Trendbarometer Eigenvorsorge: Wird dritte Säule tragfähiger?
Einstiegsalter für private Vorsorge wird immer jünger

Rund 1,57 Millionen Österreicher haben noch nicht vorgesorgt, weitere 730.000 fühlen sich trotz Vorsorge „unzureichend abgesichert“. Das geht aus dem aktuellen Trendbarometer Eigenvorsorge 2005 hervor. „Die dritte Säule des Pensionssystems wird zwar immer tragfähiger. Viele haben das trotzdem noch nicht als eigene Verantwortung erkannt und verlassen sich auf den Staat“, sagt Alexander Zeh, Leiter Finanzmarktforschung bei FESSEL-GfK. Wie die repräsentative Umfrage zeigt, ist die private Pensionsvorsorge ein sehr wichtiges Thema. Immerhin 48% der Befragten halten Eigenvorsorge für sehr wichtig, weitere 42% für wichtig.

Das Thema der privaten Pensionsvorsorge ist ein Thema für alle geworden. Das heißt: Das optimale aber auch das tatsächliche Einstiegsalter für die private Pensionsvorsorge wird von der Bevölkerung im Vergleich zu den Jahren zuvor verstärkt bei jungen Altersgruppen gesehen. „Mehr als die Hälfte der befragten Personen ist mittlerweile der Meinung, dass das ideale Alter unter 30 Jahren liegt“, erläutert Zeh. 1996 war es nur jeder dritte Befragte. 11% setzen 2005 das ideale Einstiegsalter sogar unter 20 Jahren an. Vor allem bei den jüngeren Bevölkerungsschichten spricht man sich altersmäßig für einen immer früheren Start in der Eigenvorsorge. Dagegen das reale Einstiegsalter: Etwa die Hälfte hat bereits im Alter von unter 30 Jahren mit privater Pensionsvorsorge begonnen, während mehr als ein Drittel erst zwischen 30 und 40 Jahren Maßnahmen getroffen hat. Fast die Hälfte der 20 bis 24-Jährigen hat schon unter 20 Jahren erste Vorsorgeschritte gesetzt.

Insgesamt ist die Zahl der Personen zwischen 20 und 54 Jahren, die bereits selbst oder durch andere Personen Maßnahmen zur Eigenvorsorge getroffen hat, mit 2,5 Millionen gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen.

Das klassische Vorsorgeprodukt bleibt auch 2005 die Lebensversicherung, obwohl sie in den vergangenen Jahren sukzessive an Bedeutung verloren hat. „Für die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge haben sich knapp 20% der Befragten entschieden. Sie liegt damit auf Platz 5“, stellt Marktforscher Alexander Zeh fest. Wertpapiere konnten den hohen Wert von 2004 (13%) nicht halten und liegen nun bei 9%. Die Beliebtheit von Sparbuch (29%), Bausparvertrag (28%) und Immobilien (11%) ist unumstritten.

Heuer erstmalig: Personen, die Vorsorgemaßnahmen planen, nennen mittlerweile am häufigsten die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge. Gefolgt jedoch von Lebensversicherung, Sparbuch und Bausparer.

Das Trendbarometer Eigenvorsorge von FESSEL-GfK ist eine kontinuierlich durchgeführte Studie über das Vorsorgeverhalten der Österreicherinnen und Österreicher. 2005 wurden dazu 2.000 persönliche Personen befragt.

Quelle: WMD-Brokerchannel

Woche 2 / 2006

   Die bisherigen Beiträge finden Sie in unserem Archiv.